Eis Par Fousbann

Entstehung der Pfarrkirche und der Pfarrei Fousbann

Die Entstehung und die Entwicklung der fünf Pfarreien und Pfarrkirchen der Gemeinde Differdingen sind äusserst interessant und abwechslungsreich und lassen sich nicht in einigen Sätzen zusammenfassen.

Wie die Pfarrei Differdingen entstand

Im Jahre 1861 wurde Differdingen, das von jeher als Annexe zur Pfarrei Oberkorn gehörte, von ihr losgelöst und zur eigenen Pfarrei erhoben.
Eine kleine, baufällige Kapelle, die an der Stelle erstand, wo in der Bergstrasse später die Haushaltungsschule erbaut wurde, war das einzige Gotteshaus des Dorfes. Die Pfarrkirche von Oberkorn bot kaum genügend Platz für die dortigen Kirchenbesucher.
Die Familie de Cressac de Soleuvre schenkte ihren dem Schloss gegenüber liegenden Garten zum Bau einer Pfarrkirche, einer Doppelschule, eines Pfarrhauses und eines Kirchhofes. Die Pfarrkirche entstand in den Jahren 1860 bis 1862.
Erster Pfarrer in Differdingen wurde Johann Peiffer, der bis dahin in Oberkorn gewirkt hatte und 1866 das erste Opfer der Cholera werden sollte.
Die Pfarrkirche von Differdingen, die von Architekt Hartmann zum Preis von 70 000 F errichtet worden war, sollte lange Zeit eine der schönsten Dorfkirchen des Landes bleiben. Sie bot den Gläubigen der neuen Pfarrei und den 200 Einwohnern aus Lasauvage, das ebenfalls zur Pfarrei Differdingen gehörte, einen genügend grossen Raum.
Pfarrer Jean-Baptiste Schou, Nachfolger von Johann Peiffer, stattete die Kirche mit schönen Möbeln aus.
Mit der Inbetriebnahme des Differdinger Hüttenwerkes im Jahre 1898 setzte innerhalb der Gemeinde Differdingen eine bislang ungeahnte Entwicklung ein, die das bescheidene Dorf Differdingen binnen kürzester Zeit zur Stadt heranreifen liess.

Die Kirche in Differdingen wird zu klein

Nach dem Tode von Pfarrer Jean-Baptiste Schou im Jahre 1905 wurde Pfarrer Theodor Hartmann aus Strassen nach Differdingen berufen.
Nach verschiedenen unberücksichtigten Gesuchen der Pfarrer Theodor Hartmann (1906-1909) und Nikolaus Frieden (1910 und 1912) an den Gemeinderat, die Pfarrkirche zu vergrössern, blieb die akute Frage offen. Jedenfalls kam die Pfarrkirche den Bedürfnissen einer inzwischen auf 5000 Seelen angewachsenen Ortschaft nicht mehr nach. Ab 1910 verhinderten Umstände teils politischer, teils finanzieller Natur eine definitive Regelung der dringend nach Abhilfe rufenden Kirchenfrage.
Im Mai 1919 trat Pfarrer Nicolas Olinger die Nachfolge des nach Wiltz versetzten Pfarrers Nicolas Frieden an. Die Lebensaufgabe des neuen Pfarrers war es, eine angemessene Vergrösserung der Pfarrkirche zu erwirken; gleichzeitig zielten seine vielseitigen und unermüdlichen Bemühungen auf einen Kirchenneubau auf Fousbann, dem aufstrebenden Wohnviertel, ab. Bereits im August 1919 erwarb er den Bauplatz, auf dem später auf Fousbann die Pfarrkirche errichtet wurde. Die wirtschaftliche Notlage nach dem ersten Weltkrieg verhinderte jedoch vorerst einen Neubau .
Aufgrund eines erneuten Gesuches an den Gemeinderat stimmte dieser1928 einer Vergrösserung der Differdinger Pfarrkirche zu. Damals schon waren einige Gemeinderäte in ihren Wahlprogrammen für den Bau einer Kirche auf Fousbann eingetreten.
Nach längeren Diskussionen bewilligte der Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Emile Mark zwar in seiner Sitzung vom 16. Mai 1928 mehrheitlich einen Kredit von einer Million zur Vergrösserung der Differdinger Pfarrkirche, doch erbrachte eine erneute Abstimmung über den Kirchenneubau 1929 eine Mehrheit gegen das Projekt.
Im Oktober 1928 beschloss der Kirchenrat, einen Bauverein als ,,Oeuvres Paroissiales" mit doppeltem Zweck ins Leben zu rufen: Bau einer Pfarrkirche auf Fousbann und Vergrösserung der Kirche von Differdingen.
Am 8. November 1932 wurde die Gründung des neuen Vereins seitens der Regierung gestattet. Noch im November kam ein Manifest mit Zweck und Ziel des Vereins zur Verteilung, der unverzüglich 700 Mitglieder zählte.
Von der Gründung des Kirchenbauvereins am 1. Sonntag im Monat Oktober 1932 ging der Verein mit schnellen Schritten der Verwirklichung des Bauplanes entgegen, dies umso mehr, als die Einwohnerzahl auf Fousbann inzwischen auf rund 3000 angestiegen war. Durch ein Gesuch an den Kirchenrat wurde das Abtreten des benötigten Areals auf Fousbann erbeten.

1933: Beginn der Bauarbeiten

Die Pläne wurden durch Architekt Deitz aus Esch/Alzette ausgearbeitet, der Gemeinderat, die Regierung und das Bistum erteilten die erforderlichen Genehmigungen, und am Ostersonntag, dem 16. April 1933 wurde der erste Spatenstich von Johann Schmit-Steffen, Präsident der Kirchenfabrik, und Pfarrer Nicolas Olinger getan, nachdem der Kirchenrat in seiner Sitzung vom 1. Sonntag April 1933 die ,,Oeuvres Paroissiales" zum Beginn der Arbeiten ermächtigt hatte. Die Bauarbeiten wurden der Firma Pierre Bohler aus Differdingen zugesprochen. Der veranschlagte Kostenpunkt, Mobiliar einbegriffen, belief sich auf 440 000 F, stieg aber nachträglich auf 450 000 F.
Um das Risiko einer finanziellen Überbelastung auszuschalten, sollte in einer ersten Phase nur die Vorderfront mit dem Kirchenschiff errichtet werden.
Die Bauarbeiten dauerten von Mai 1933 bis Juli 1934. Die dem heiligen Joseph geweihte Pfarrkirche wurde in modernem Stil in Anlehnung an den Stil der Basiliken respektive den romanischen Stil erbaut.
Aus dem geräumigen Vorplatz wuchs die Fassade mit ihrer spitzen, wohlproportionierten Front empor, die im Stil der umliegenden Häuser errichtet wurde und einen ästhetisch reinen Anblick bietet.

Christkönigsstatue an der Fassade

Eine 3,50 m hohe Christkönigsstatue, die von Professor Desual aus Dinant entworfen und ausgeführet wurde, versinnbildlicht die Erinnerung an das Erlösungsjahr 1933, in dem der Grundstein zur Kirche gelegt wurde. Ein dreiteiliges, sechs Meter hohes Fenster und zwei Vorbauten, die Tauf- und die Theresienkapelle, gliedern die Fassade in eine äusserst gefällige Form. Eine sechsstufige, breite Treppe führt zu den zwei Frontportalen und in die Vorhalle, wo eine stimmungsvolle Kapelle zum Gebet einlädt.

Innenraum der Pfarrkirche St Joseph

Das Innere der Kirche ist ein weiter Raum von 25 x 14 m, der von einer dreiteiligen Basilikendecke überspannt wird. Die überaus hohen Fenster werfen eine Fülle von Licht in das Kircheninnere.
Die neue Pfarrkirche wurde am 22. Juli 1934 von Dechant Bisdorf aus Bettemburg im Beisein des Bischofs Dr Petrus Nommesch, von Dr Johann Peiffer, Pronotar und Generalvikar der Diözese, von Bistumssekretär Ludwig Hartmann, von Domherr Dr Fr. Mack, Diözesanpräses der Damenvereine und einiger Pfarrer aus den benachbarten Pfarreien eingesegnet.
Am Sonntag darauf, dem 29. Juli 1934, hielt dann Pfarrer Nicolas Olinger das erste feierliche Hochamt in dem neuen Gotteshaus.
Da der dritte Vikar von Differdingen, Marcel Keiser, bereits im Herbst 1933 eingestellt worden war und unweit der neuen Kirche wohnte, wurden ihm die Seelen dieses Stadtviertels anvertraut.
Laut Sitzungsbericht des Kirchenrates Differdingen vom 1. Sonntag Januar 1935 bewilligte die Gemeindeverwaltung Differdingen ein Subsid von 150 000 F für die neue Fousbanner Kirche; auch der Staat hatte eine Zuwendung in Aussicht gestellt. In der Sitzung des 1. Sonntags Januar 1936 nimmt der Kirchenrat zur Kenntnis, dass die ,,Oeuvres Paroissiales" nach Verbuchung des staatlichen Zuschusses und verschiedener Privatspenden am 1. Januar 1936 von den insgesamt 450 000 F nur noch ein Defizit von 85 000 F zu decken haben. Am 1. Sonntag Januar 1937 teilte der Pfarrer dem Kirchenrat mit, dass die Restschuld auf der Josephskirche nur noch 77 900 F betrage und dass er für 2000 F aus der Kirche von Mersch einen schönen Hauptaltar für die Fousbanner Kirche erstanden habe; auch sei bei der Firma Nickels-Bomb in Luxemburg eine vom katholischen Arbeiterverein aus Differdingen gestiftete, geschnitzte Holzstatue des heiligen Josef in Auftrag gegeben worden, die die Hauptnische des Altars zieren sollte. Am 1. Januar 1938 war die Restschuld auf 52 000 F geschrumpft; in der Januarsitzung 1939 erfuhr der Kirchenrat, dass sich die bei Fortuna in Luxemburg aufgenommene Schuld nur noch auf 32 000 F belaufe. Ausserdem seien der grossen Kälte wegen zwei Öfen für die Fousbanner Kirche gekauft worden, wozu der Anschaffungspreis von 6000 F von den Gläubigen aufgebracht wurde. Das hinter dem neuen Kirchenbau auf Fousbann verbleibende Areal wurde für zwei Jahre kostenlos Herrn Stoffel aus Fousbann überlassen, der sich angeboten hatte, den Boden urbar zu machen.

Auf dem Wege zur eigenen Pfarrei

Somit ging eine lange Entwicklung erfolgreich zu Ende, die zugleich die Gründung einer neuen Pfarrei, eben der Pfarrei Fousbann, nach sich ziehen sollte.
Mitte der fünfziger Jahre nahm die neue Pfarrei Fousbann nämlich konkrete Gestalt an. Am 14. Januar 1956 richtete der damalige Generalvikar und heute emeritierte Erzbischof Jean Hengen ein Schreiben an den Kirchenrat, in dem er darauf verwies, dass bereits seit längerer Zeit dem Bischof von Luxemburg die Bitte unterbreitet worden sei, die Seelsorgstelle Fousbann zur eigenen Pfarrei zu erheben. ,,Als Gründe werden angeführt die Zunahme der Bevölkerung in diesem Viertel und die dadurch bedingte Unmöglichkeit für die jetzigen Seelsorger, sich so dem geistlichen Wohle dieser Bevölkerung zu widmen, wie es erforderlich und nützlich wäre", so der Generalvikar. Der Bischof und das Domkapitel seien diesen Plänen nicht abgeneigt, möchten jedoch vorher die Meinung derjenigen erfahren, die unmittelbar an der Errichtung einer neuen Pfarrei ein Interesse haben.
Der Kirchenrat befasste sich in seiner Sitzung vom 11. März 1956 eingehend mit der ihm unterbreiteten Frage. Anwesend waren Pfarrer Pierre Roos, Mathias Pier als Präsident sowie Corneille Brück, Emile Haan, Désiré Fey, Marcel Weber, Joseph Lommel und Camille Marc als Mitglieder.
Nachdem der diesbezügliche Sitzungsbericht eingangs einige starke und gewichtige Argumente gegen eine Loslösung der Seelsorgstelle Fousbann angeführt hat, unterstreicht er doch die Zustimmung des Kirchenrates unter gewissen Bedingungen:,, ...beschliesst der Kirchenrat von Differdingen einstimmig, dass er sich einer Teilung der Pfarrei nicht widersetzen wird unter der Voraussetzung, dass dieselbe geschieht im Rahmen einer Neuordnung der Grenzen der Pfarreien der Gemeinde Differdingen, wie sie den heutigen Bedürfnissen entspricht, dass diese neuen Grenzen sich decken mit denen der Schulbezirke, die mit Rücksicht auf die kirchlichen Belange und die neu zu errichtende Pfarrei Fousbann seitens der Gemeinde getroffen wurde, dass z.B. das Bahnhofsviertel Differdingen zur Pfarrei Differdingen geschlagen wird, verlangt der Kirchenrat die Bildung einer Kommission aller Interessierten, die eine Ortsbesichtigung vornehmen sollen, beteuert derselbe seine Bereitschaft die Belange der Pfarrei bei allen kirchlichen und weltlichen Instanzen vertreten zu wollen, und stellt fest, dass er keine weiteren Vorschläge und Anregungen zu machen hat.
Am 1. September 1956 wurde der Ortsteil Fousbann durch Bischof Léon Lommel zur eigenständigen, bischöflichen Pfarrei unter dem Titel des heiligen Josef erhoben.
Nachdem die Behörden Fousbann zur eigenen Pfarrei erhoben hatten, konnte die neue Pfarrei ab September 1956 ihre Aufgaben autonom wahrnehmen.

DAS LEBEN IN DER PFARREI FOUSBANN VON 1956 BIS 1999

Zum ersten Pfarrer der neugegründeten Pfarrei wurde 1956 Michel Michaelis ernannt. Nun begann ein reges Leben in der neuen Pfarrei.
Die JOC-Section Fousbann wurde gegründet, ein Jahr später die Scoutsgruppe St-Joseph.
Am 10. März 1957 wurden zwei Glocken von Bischof Leo Lommel geweiht - zwei weitere 1962. Alle vier Glocken waren in der Glockengiesserei Joh. Mark in Brockscheid (Eifel) gegossen worden.
Ein besonderer Festtag für die neue Pfarrei war der 2. August 1959 als Pfarrer Michaelis sein 25-jähriges Priesterjubiläum feierte. Alle Fousbanner Vereine beteiligten sich an dieser Feier: der Interessenverein Fousbann, die Chorale St-Joseph, die Scoutstruppe St-Joseph, die JOC, die JOC-F, die A.S. Differdange und die "Chrëschtlech Gewerkschaft."
Im Auftrag der Gemeinde und unter Leitung von Architekt R. Fournelle wurde die Pfarrkirche in den Jahren 1960-63 umgebaut und vergrössert. Die Konsekration fand am 16. April 1963 statt. Ein Jahr später, am 15. September 1964, wurde die Orgel eingeweiht.
Neuer Kaplan in dem aufstrebenden Viertel wurde 1960 der Neupriester Fernand Franck aus Esch-Alzette, der heutige Erzbischof. Elf Jahre wirkte er segensreich und allgemein beliebt in der Pfarrei Fousbann, bis er 1971 zum Pfarrer in Clausen ernannt wurde. 1970 hatten auch zwei Schwestern aus der Kongregation der "Doctrine Chrétienne", Schwester Ancilla Brandt und Schwester Edith Kinsch Wohnung im Fousbanner Viertel bezogen. Sie unterrichteten die Kinder in Religion, gründeten die L.K.A.-Gruppe "Fénkelcher" und übernahmen andere, wichtige Dienste in der Pfarrseelsorge. In dieser Zeit wurden auch die "Petits Chanteurs de Differdange-Fousbann" offiziell als Verein gegründet.
Am 15. September 1972 starb gänzlich unerwartet Pfarrer Michel Michaelis. Sein Nachfolger wurde Georges Gevigné bis dahin Pfarrer in Reckingen/Mess. Neue Aufgaben warteten auf den jungen, dynamischen Seelsorger: Der erste Pfarrrat wurde gegründet, die portugiesischen Arbeiter und ihre Familien wurden gastfreundlich in den Räumen der Pfarrei aufgenommen und die Keller unter der Kirche wurden zu modernen Pfarrsälen ausgebaut.
Unter Mitwirkung der Gemeindeverwaltung und vieler freiwilliger Helfer wurde in den Jahren 1974-1975 die heutige Einteilung des "Centre Paroissial" verwirklicht.
Am 17. September 1977 nahm der letzte Kaplan Jean Poos Abschied vom Fousbann. Nach einer feierlichen Messe dankten die einzelnen Vereine und Gruppen Herrn Poos für seine 6-jährige wertvolle Mitarbeit von 1971-1977. Im folgenden Jahr verließ auch Pfarrer Georges Gevigné die Pfarrei, da er zum Dechanten in Clerf ernannt wurde.
Dritter Pfarrer der Pfarrei wurde René Reuter, vorher Kaplan in Bettemburg und Differdingen. Nach 10-jährigem segensreichem Wirken, besonders unter den Jugendlichen, wurde René Reuter im September 1988 zum Pfarrer in Bartringen und Strassen ernannt. Der Pfarrer von Leudelingen, Marcel Groff, trat am 12. November seine Nachfolge an.
Im Jahre 1989 wurde der Vorplatz der Kirche durch die Gemeindeverwaltung mit bunten Steinen, Bäumen und Ruhebänken verschönert. Der junge Lindenbaum vor dem Eingang der Kirche ist übrigens ein Geschenk des Großherzogs Jean an die Gemeinde Differdingen aus Anlaß der 150-jährigen Unabhängigkeitsfeier Luxemburgs im Jahre 1989.

Fatima Kapelle

Ein Jahr später, 1990, entstand im Vorraum der Kirche, in der früheren Taufkapelle, ein schöner Raum, der zum Gebet einlädt.
Dort wurde die Statue der "Notre-Dame de Fatima" zur Verehrung aufgestellt, ein Geschenk der portugiesischen Gemeinschaft. Am 6. Februar wurde sie von Generalvikar Mathias Schiltz gesegnet. Im selben Jahr erhielt das Querschiff der Kirche eine neue Beleuchtung. Der Raum neben der Sakristei wurde als Pfarrsekretariat eingerichtet und am 25. November in einer kleinen Feier der Pfarrei vorgestellt.

Hervorzuheben bleibt die feierliche Messe, die der neugeweihte Jesuitenpater und heutiger Erzbischof Jean-Claude Hollerich am 21. Mai 1990 in der Sankt-Joseph-Kirche feierte - gleichsam als zweite Primiz, da er einen Teil seiner Kindheit und Jugend auf Fousbann verbracht hatte.

Marcel Groff mit dem Künstler Nello Mannelli

Am 24. Februar 1992 segnete Erzbischof Fernand Franck das Taufbecken und den Osterleuchter, beides herrliche Schöpfungen, die der bestbekannte und allerseits geschätzte Fousbanner Künstler Nello Mannelli in zweijähriger Arbeit geschaffen hatte. Im September des gleichen Jahres verließen die Schulschwestern nach 22-jähriger Tätigkeit die Pfarrei Fousbann um in Düdelingen ein neues Arbeitsfeld zu übernehmen.
Im September 1992 kam es unter der Leitung von Luc Schiltz zur Neugründung der Fousbanner Scouten mit dem Namen "Groupe Martin Luther King".

Am 15. Mai 1995 wurden in der Pfarrei Differdingen-Fousbann die "Oeuvres Paroissiales Fousbann a.s.b.l." ins Leben gerufen

Das statuarisch festgehaltene Ziel der Vereinigung ist "promotion de toute oeuvre à caractère religieux, caritatif, culturel et social de la paroisse" sowie der Anschaffung und der Führung eines oder mehrerer Immöbel zu Diensten der Pfarrei und besonders der Jugend. Aus den 28 im Centre Paroissial versammelten Gründungsmitgliedern wurde der Vorstand gewählt, bestehend aus folgenden Personen: Jean Faltz, Marcel Groff, Fernand Kridel, Georges Kuffer, Jean Mambourg, Jeanne Nizet-Heuschling und Nico Stammet. Herr Stammet wurde zum ersten Präsidenten erwählt. Unverzüglich wurde das Projekt "En Haus fir d'Fousbanner Poar" gestartet.

In Gegenwart der nationalen Präsidentin der "Action catholique féminine luxembourgeoise" Mme Gisèle Kirsch-Toussing nahmen die Fousbanner "Fraen a Mammen" am 17. Mai 1995 einen neuen Start.
Eingangs wurde der erste Vorstand der Sektion gewählt bestehend aus 14 Damen. Zur ersten Präsidentin wurde Mme Netty Kuffer-Wagner gewählt. Herzliche Dankesworte gingen dann an Mme Marie Kerschen-Speltz für ihre dreißigjährige, engagierte Arbeit bei den "Fraen a Mammen". Anschließend wurde sie zur Ehrenpräsidentin ernannt.

Am 13. Februar 1996 ersteigerten die neugegründeten "Oeuvres Paroissiales" das geräumige, optimal gelegene Haus an der Ecke der Avenue d'Oberkorn und der rue de la Chapelle (gegenüber der Kirche), inklusive Steigerungskosten zum Preis von 2,726 Mio. Franken. ( 67'576 Euro ) Der Umbau des Hauses begann im November des gleichen Jahres nach dem Auszug der früheren Besitzerin und dauerte bis Dezember 1998.

Mit dem Ziel, eine neue Orgel für die Pfarrei anzuschaffen, wurde am 16. November 1998 ein Organisationsvorstand unter der Bezeichnung "Eng Uergel fir de Fousbann" gegründet.
Nach den Gutachten nationaler und internationaler Experten war die Orgel aus dem Jahr 1964 jahrzehntelang äußerst starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Dadurch wurde das sensible Innenleben der Orgel zum großen Teil zerstört und das Instrument wäre in Kürze nicht mehr funktionsfähig gewesen. Nachdem der Organisationsvorstand sich über den schlechten Zustand der Orgel und die anfallenden Aufgaben unterhalten hatte, wurde Herr Roby Zenner einstimmig zum Präsidenten gewählt. Weitere Mitglieder dieses Organisationsvorstandes waren Josy Asselborn aus dem benachbarten Zolwer und Louis Scheer aus Bascharage als Vize- Präsidenten, Fernand Kridel vom Fousbann als Schriftführer, Georges Kuffer vom Fousbann als Kassierer, Marcel Groff, Pfarrer, Jean Faltz, Anicet Hoffmann und Jacqueline Weis - Ansay vom Fousbann als Assessoren, und des weiteren unser Titularorganist, Luc Schiltz aus Esch- Alzette.
Aus mehreren Vorschlägen und nach reiflicher Überlegung entschloß sich der Organisationsvorstand in einer der folgenden Sitzungen für den Kauf einer Digital-Orgel, Marke Allen (siehe dazu den Artikel von Professor Norbert Thill).
Nach den kostspieligen Umbauarbeiten luden die "Oeuvres Paroissiales" am Sonntag, den 27. Dezember 1998 zur Eröffnung des neuen Pfarrzentrums "A Foussen" ein.
"Begegnungsstätte für alle" möchte dieses Haus sein" - so Präsident Georges Kuffer in seiner Ansprache - "ein Haus in dem gespielt, gemalt, erzählt, gebastelt, gestrickt und gesungen wird".
Mit diesem Projekt versucht die Pfarrei Fousbann aus dem Gewohnten herauszutreten, Neues zu wagen und in die Zukunft zu investieren. In einer Ausstellung unter dem Thema "Von der Idee zur Realisation" zeigten die Messdiener den langen Weg des Planens und der Verwirklichung des Hauses. Ebenfalls konnte eine Fairtrade-Verkaufsstelle von Produkten aus der Dritten Welt im neuen Pfarrzentrum integriert werden, die an verschiedenen Nachmittagen geöffnet hatte. (*)
Am 16. und 17. Januar 1999 fand im neuen Pfarrzentrum "A Foussen" ein musikalisches Treffen zahlreicher Sänger und Sängerinnen aus dem In- und Ausland statt. Eingeprobt wurden neue liturgische Gesänge von André Gouzes, die in den Sonntagsmessen vorgetragen wurden. An den gleichen Tagen wurde eine Allen-Orgel, wie sie dem Organisationsvorstand vorschwebte, vorübergehend in der Pfarrkirche installiert und der Pfarrei vorgestellt.

Im Juni 1999 Jahres wurde Laurent Fackelstein, der seine Kind- und Jugendjahre auf Fousbann verbrachte, in der Kathedrale zum Priester geweiht. Eine Woche später - am 3. Juli - feierte der Primiziant die Sonntagsmesse in seiner Heimatpfarrei. - Im Herbst sammelte sich eine Gruppe Kinder um den Dirigenten des Kirchenchores, Herrn Georges Kuffer, um den Kinderchor der "Petits Chanteurs de Differdange-Fousbann" wieder aufleben zu lassen.
In der Woche vom 8. zum 13. November wurde im Auftrag der Gemeinde und nach den Plänen von Architekt Jeannot Lorang ein Podium für Orgel und Chor im Querschiff neben dem St. Josef Altar gebaut. Mit dieser Neugestaltung des Kirchenraumes soll eine tiefere, lebendigere Gemeinschaft zwischen Priester, Chor und Volk entstehen. Das gleiche Ziel verfolgt eine neue Bestuhlung des Querschiffes. Die Aufstellung der "Allen-Orgel" erfolgte Mitte Dezember. Die Einweihung fand am 8. Januar 2000 statt.

Marcel Groff, Pfarrer von Fousbann (1986 - 2002)

(*) ndR: Die Fairtrade-Verkaufsstelle besteht inzwischen nicht mehr.